Lyrik 2017

Les Alpes


Tablettenteilerklingen

Kann man nur weniger als einmal schleifen.

Nächsten Monat:

Filter, Blättchen brauche ich nicht mehr.

Im wasserdicht gelieh'nen Anzug

Sitze ich ohne zu frieren

An ihre Füße schnallt mich Uncoolness für 

Planungskompetenz.

Ich solle senden.

Ich muss Freude,

Soll Genuss.

Tablettenstaub teilt mir 

Unfairness ungleicher Dosen.




Black Sea


Im Sandstein suchten fremde Zehen nicht

Fremderen Siegelring.

Sie fanden, reichten, Gänsehaut,

In Kette, Gänsemarsch, in Welle,

Der Schweigetochter.


Über Salz und über Wolken.


Ihm rutscht ihr Unterhemd,

Eis verschluckt 

'Was blondes Achselhaar.

Wein verschüttete sie über Pulse,

Nur Atem will sich selbst genügen.


So hebe ich und trage sie 

An meinen Ort.




Das zweite Abendlied


Wie bin ich nur genau die Haut gewesen.

So will es von dir kratzen,

Alles was dich umbeschreibt.

Ich liebte einen Unterschied lang.

Aber wer zählt, wer misst sie schon.

In Countdowns schweigen wir und schätzen Schafe.



Mein rohes Fleisch 

Führ' ich auf unbestimmte Zeit spazieren.

Im Bauchladen des

Abschieds einer 

Schnapsgetränkten Gruppe

Schenk ich's dir,

Weil ich wohl nichts mehr davon brauch'.

'Lass dich so tun,

Als ob dich nichts zum Weinen bringt:

Was quetschbar,

Wiegt vereinzelt nur im Wert.

Es schrumpft im Fett, in seiner Masse,

Dort pocht die eine Zelle,

Weil sie die Vernunft nicht wagt,

Auf alte Rechte

An selber Stelle

Brech' ich DNA

Ich dürste laut vor jeder Tränke

Als färbt' ich Wässer, als senkt' ich

Blicke mancher Klasse.

Ein letztes Mal nichts ausgeschwiegen.

Was ich verspreche,

Lüg' ich morgen mir.




Auf allen Spiegelflächen 

Bildschirmschont mich Morgenröte 

In Nachbarfenstern such ich Ungleichmut 

Wasserwälzungen zugriffverweigern 

Ob nur mir die Sicht durch Spannungsflächen.


In reinem Wissen über Eigenschaften 

Rechnen meine Füße wessen neue Wege 

Meine Augen stell' ich wem auf stumm.

Fast heute.

In reinem Wissen übers Warten 

Flüsterführe ich mir meine Hand 

(Um meine Taille.)




Logbuch

Da gehe ich

Und lasse Werte 

Liegen

Hinter mir 

Für immer warte ich 

Den Inhalt meiner Vasen 

Meiner Worte

Bis ich dann gehe.

Um mich wo wartend aufzufinden 

Wo ging ich ohne was 

Ich warte meine Werte 

Gehe dort vor ihnen 

Und ihre Abdrücke 

Die sah wer

Mich aus Vasen werfen.




15.02.

es ist zu spät zu spät zu sagen.

er sitzt

auf meinem Biotop

bewacht mir mein Gewürm.

wie ich es mir drapiere.

beschwert.

lass mich nicht fliegen,

mich nicht schlafen.

Brich mein Maß

gestern schenkten sie sich Blumen

Ich schaute Bilder nackter Tulpen.

noch heute halten sie 

sich ohne ihre Schminke

meine Jacke hält fast warm