Lyrik ab 2015

Ablauf

 

Diese Gedankenwege lief ich schon

Und Müllberge erklommen mich

Erdrückten mich zu schmaler Norm

Als Platte dir was zu servier'n

 

Verklebte Augen, Riesengaumen,

Schluckkarosserien

So groß es riecht-

Sehr schrumpft es

Beim Workout aller Muskelmägen

 

So nehmt doch

Oder tut etwas, denn

Bald liegt hier jemandes Ich

Das mich nicht kennt

Mich missverstand

Das ich nicht bin

Und trotzdem salbe.

 

Und es phrasiert dir

Meines Körperhenkels Etikett

Unser Signal

Für "Selbstbedienungsbitte"

'liegen Sorten

Meiner Auskotzware:

Ein Pestkeim unserer Dekaden.

 

Doch nimm bitte

Und tu etwas

Denn diese Wege lief ich schon

Als Müll zur Pressung

Anderer

Bald liegt dann

Wieder hier jemandes Ich

Das mich nicht kennt

Dann doch

Mich braucht, mich,

Einen Fehleinschatz

 

Wär' ich auch gern

Missverstand

Hätt' ich auch gerne

Gegen mein Ich

Die beste Salbe.

 

 

 

Kollision 2

Habe 32 Jahre
Ohne dich, dein Mitgefühl
Und ohne deine Blumen,
Deine Axt und Airbags
An meiner Seite
Für und gegen meine Welten
Nur um dieses Lebenswillens Willens,
Grün und blau, in Farbe
Ohne Untertitel, Drehbuch, Gage
Anderswo gekämpft.

Als wär' ich erst seit diesem Heutetag,
Weil dir die Wahrheit deine Sinne sind,
nur Heute, nur in deiner Sprache,
(bis zu uns'rem Abschied)
Atmungs- und verdauungskompetent.

Und lägen bei dir Wesenszeugnisse,
Belege deines Lernerfolgs:
Verträge über Kalorien- und Luftanrechte,
Mein Tinnitus träte dir dennoch
In eine deiner Würdemuscheln,
Weil Glaube:
Not meiner Furcht vor Unwissen,
Nichts
Außer
Treten, Brüllen
Kann.

 

 

 

Im Kollektiv an deine Furcht

 

Merk' dir, dass wir dich nicht verstehen können,

Behalte, deine Zahl sei eins.

Denke daran, wenn du dich weinend uns erklärst.

 

Diese Gesteinsschichten aller Exnächsten

Schüttelten dir Selfies

Ihrer Glätte, Porenreinheit

Ihrer Wesensformation.

 

Das Mürbe ihrer Bitterkeit

Sei's ehrlich oder fehlbar

Liegt im Verlies all dir, all

Uns bekannter Werdenwoller:

 

Was du hier nicht brauchst.

 

 

 

Wurm

 

Ich habe eine Nuss geöffnet

Mit Technik, Anstand und Geduld

Sie liegt auf meinem Teller.

 

Im Hungerblick auf Höhepunkte

Dekoriert' ich dich

Mit Lieblingsornamenten

Ich gab dir 

Kräuter, Dressings, Schokolade

Ich legte

Stäbchen, Löffel, Messer, Gabel

An mein Lieblingsdekolleté

Als wenn mein Appetit uns nicht genügte.

 

Mit Lupenaugen

Wollt' ich dich

In Zeitlupe

Verspeisen. Doch.

 

Dort waren Kratzer deines Häutchens,

's mussten Löcher für mich sein und

Maden fraßen sich durch 

Meine Fantasie und Sehkraft.

 

(Es kriecht in mir

Wir wissen's alle

Kriecht in mir

Weil irgendeiner damals

Durch sein Privileg und

Durch mich durch, durch

Alle meine Schalen kroch)

 

Ich verließ den Tisch

'sehe dich 

Denn

Dort bleib ich

Denn

Dort liegst du.

 

Draußen gräbt mein Magen mir

Mit Superkraft

Nach Fallobst suchend

Alle Gärtenböden um.

 

 

Menschenfabrik

Seid ihr mein Staub
Gefall'ner Späne
Dort wo ihr nicht mehr sitzen dürft.
In euren Atemflügeln
Rass'le ich
Als Neonfarbenradio
Und hustet ihr-
Ich scherz' doch nur
Muss mich erhalten
Wie ich's kenne
Glücklich sein
Um mich zu fügen;
Zu gefallen

Kennt ihr doch
Weil kennt doch jeder
Kann doch nichts dafür

 

 

 

Todestrieb

 

Ich ließ dich

In meine Welten kotzen

Und zwischen Abfall suchtest du nach mir.

Und Menschsein sind für dich Verschleiß von

Stoffen, angebrauchte 

Garnrollen und Baumwollfelder, Dürre, 

Welt ist knapp.

 

Da ist mein Leben

Das dich hält begießt 

Und wertschätzt

Da liegt es

Nimm dir wie du brauchst 

 

Und dort bin ich

Die Ängste unbekehrt lässt

Und unbekehrbar

Unbeerdigt

Steh ich

Wieder

Speichere mich

Denn hier steh ich

Wieder

Wenn du mich nicht fragst

 

 

 

Bis in den Mai zu schweigen

(Die Antwort 1)

 

Weil Rost um meine Zellen flockt
Heben sich und zittern
Meine Fingerkuppen
Sie möchten deine angewärmte
Luft
Antasten
Verweiltest wieder kurz genug:
Ich weiß nun, was Frieren ohne dich bedeutet

 

Luftspieg'lungen uns'res Atmens
Erklärten Wörter

 

Diesmal spucken uns're Denkerinnenwände
In meine Kleidung
Und
Unter meinen Regenschirm

 

Halt mich bitte nicht mehr
Bitte
Und schwör's mir auch nicht mehr

 

Schneekristalle uns'res Speichels
Erhärten Wörter
In Kuppengesten
Und in Zungen

 

Und meine DNA verkürzt
Schneidet schlechter
Ab hier
Entblümchung steht mir nicht

 

Wie viele Grünspanblätter ranken sich
Um Doldenrost
(Loten die Schwere uns'rer Schwüre
Sie Blättern, stauben
Und sie schüren)

 

Entschuldige,
Die Frühlingsantwort fehlt an dieser Stelle

 

 

Die Frage

 

Sollt' ich jetzt besser
Viele Wörter dir ausspeien
Dir zuliebe
Mir zuliebe, was dir unser Wir bedeutet-
Spei mich noch nicht aus.
Lass mich dir eine Scheune sein
Am liebsten wär ich Speicher Aller
Und ich hielte, bärstest du
Und bärsten alle.


Hielte dich, dein Wort,
Deine Geschichten, Schuldscheine
Und Rechnungen, Geschmeide,
Deine Schulden, Weisheiten und Skizzen.

 

Da wäre diese Flamme
Deine Werte zu klimatisier'n
Dort sprudelte das Frische
Dein Archiv hydratisierte ich.

 

So also sollte ich dich bitten
Lass uns schweigen, bitte.
Unsrer Eloquenz zuliebe

 

Spucke mir die Karten
Alle Karten
Deine Schatz- und Schuldenkarten
Auf den freigeräumten
Scheunentisch

 

 

 

So simpel

 

Würdest du mir bitte meiner Projektorenaugen Bilder

Heute noch nicht lesen.

Ich seh' schon absichtlich aus Fahrzeugen hinaus.

Auf Leinwand haften meine Filme:

An Bäumen, Wolken, Industrien und Strommasten,

Da fliege ich vorbei,

Auf ihnen steht mein Name nicht.

 

Wie ein zerknüllter Zettel

Des Gedichtentwurfs,

Der abends schon im Gulli wegfließt,

Bordsteinsteppe wandert mich,

Ich schminke dir mein Wehen aufs Gesicht,

 

Bitte lass dich Unbekanntes bleiben

(Was macht das schon,

Wenn ich Passant*in bin)

Als Wischbewegung

Drehst dich lächelnd von mir weg

Und hüstelst, würgst und gierst vielleicht,

 

Mir ganz egal.

 

'Sind

Meine Bilder,

Meine Augen,

Meine Leinwandleihe,

Bitte,

Nimm sie mir so einfach nicht.

 

 

 

Verlor'n

 

Es gibt nie mehr so viel zu sagen

Und ich könnte dir ein Leben spinnen,

Wüsst' ich nicht, wie deines wirklich ist.

 

Ich bin Erkenntnis dieses Abpralls,

Sogs an Rippenwelt und

Bitte warte noch, bis ich in Würde wieder steh'.

 

Die Liebe deines Abbilds zweifelt, Pflock an Longe,

Ahnte ich's nicht,

Bist ein Pferd mit Zähnen, reißt mich,

Sportverletzungen,

 

Ihrer Natur hörig, sind sie uns allen nie Gefahr, bloß

Alltag.

Trense, Sporen, Peitsche ließ ich, weil ich wachse,

Auf dem Weg

Zu dir.